Ein besonderer Glücksfall

Der Tag des offenen Denkmals steht in diesem Jahr bundesweit unter dem Motto:

Kultur in Bewegung – Reisen, Handel und Verkehr.

Die Bürgerinitiative „Alt-Weilburg“ e. V. hat das seltene Glück, an diesem Tag zwei Gebäude, die sich in Privatbesitz befinden, der Öffentlichkeit vorzustellen. Das Postgebäude und eines der Brückenhäuser können am 12. September bei Führungen besichtigt werden. In einer kleinen Ausstellung wird es wissenswertes über das Ensemble Postgebäude, Steinerne Brücke und Brückenhäuser zu sehen geben.

Weilburg lag im 18. Jahrhundert am Knotenpunkt mehrerer Postlinien. Das alte Postgebäude in der Neugasse genügte gegen Ende des Jahrhunderts den Anforderungen an eine Posthofreite nicht mehr. Deshalb wurde auf Geheiß von Fürst Karl Christian auf der außerhalb der Stadtmauer gegenüber der Stadt gelegenen Lahnseite ein neues Posthaus errichtet. Bauinspektor Leidner zeichnete die Pläne für das an der erst 1769 fertiggestellten neuen Lahnbrücke gelegene Gebäude. Es beherbergte ein Wohnhaus für den Posthalter und Anbauten für Pferdeställe, Wagenremisen und eine Scheune. Die Ställe und Remisen wurden im Lauf der Jahre öfter umgebaut und den neuen Anforderungen angepasst. Das Postgebäude blieb aber in seiner originalen Bauweise bis 1926 erhalten. Da erst erfolgte der Erweiterungsbau zu dem heutigen Vierseitblock.

Das Posthaus war zunächst im Besitz des Posthalters, wurde anschließend von der Herzoglich-Nassauischen Oberpostdirektion erworben und ging dann über den Besitz der Fürsten von Thurn und Taxis über. Danach ging der Besitz an das Deutsche Reich und darauf folgend an die Deutsche Post, bis es 2004 an einen Privatmann verkauft wurde.

Foto: Postgebäude mit Brückenhäusern

Postgebäude mit Brückenhäusern

Die beiden Brückenhäuser ließ Fürst Karl Christian 1788 an der Stelle des Brückentores errichten. Der damit geschaffene repräsentative Stadteingang auf der Westerwaldseite Weilburgs ist bis heute unverändert erhalten.

Das Postgebäude wurde von dem neuen Eigentümer unter denkmalpflegerischen Gesichtspunkten saniert. So kann der Besucher am Tag des offenen Denkmals den Dachstuhl von 1786 bewundern und gleichzeitig moderne Tagungsräume in Augenschein nehmen.

Das Brückenhaus auf der stadtauswärts rechten Seite ist ebenfalls in Privatbesitz und in den letzten Jahren entkernt und saniert worden. Beide Gebäude beweisen, dass ein Denkmal sein äußeres Gesicht bewahren kann und trotzdem modernsten Ansprüchen genügt.

Am 12. September wird der Tag des offenen Denkmals vor dem Postgebäude unter Mitwirkung des Bläserensembles der Weilburger Musikschule um 10:30 Uhr eröffnet. Führungen im Postgebäude für maximal 20 Personen finden um 11:30, 14:00, 15:00 und 16:00 Uhr statt. Das Brückenhaus kann zwischen 11:00 und 15:00 Uhr besichtigt werden.

^ Seitenanfang